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Besuch in der KZ-GEDENKSTÄTTE BUCHENWALD

DE180220 Buchenwald 03 webR NATIONALSOZIALISMUS, HITLER, DER ZWEITE WELTKRIEG, KONZENTRATIONSLAGER,SCHRECKENSHERRSCHAFT und der Satz: „DAVON HABEN WIR NICHTS GEWUSST!“ hat heute jeder schon einmal gehört. Doch was bedeutet dies alles?!?

Für welche Dinge, die wir heute als selbstverständlich und zur persönlichen Freiheit eines jeden Menschen gehörend empfinden, mussten zur Zeit des Nationalsozialismus unzählige Menschen ihr Leben lassen? Diese und noch weitere Fragen führten uns, die Klassen R10a und R10b am 20. Februar 2018 in die Nähe von Weimar zur KZ-Gedenkstätte BUCHENWALD.

Die Zeit des Nationalsozialismus steht für jeden Schüler irgendwann einmal auf dem Lehrplan im Fach Geschichte. Theorie ist gut, doch praktische Erfahrungen und persönliche Erlebnisse bleiben oft besser im Gedächtnis als alle Texte, die man liest. So haben sich unsere Klassenlehrer, Frau Holzhäuser (R10a) und Herr Kranz (R10b) dazu entschieden, mit uns eine Exkursion nach BUCHENWALD zu machen.

Mit an Bord war auch Herr Clös, Geschichtslehrer mit Leib und Seele. Früh morgens ging es mit dem Bus an unserer Schule los…..wir starteten unsere Reise Richtung Thüringen….nicht ahnend, welch einschneidende Wirkung der vor uns liegende Tag auf jeden von uns haben würde!!

Nach einer dreistündigen Busfahrt erreichten wir das erste Ziel unserer Exkursion: Die „BLUTSTRAßE“ - die Straße, die von Weimar nach Buchenwald führt und von Häftlingen mit Schweiß und Blut unter unermesslichen Strapazen erbaut wurde. Schon hier konnten wir die Dimensionen und die Grausamkeit, welche dort herrschte, erahnen. Jeder Meter, den wir bequem im Bus zurücklegen konnten, wurde seinerzeit unter großen Schmerzen und Qualen von Hand errichtet und erbaut.

In der KZ-Gedenkstätte angekommen, teilten wir uns in zwei Gruppen auf. Unsere Lehrer hatten sich bereiterklärt, uns über das Gelände zu führen und uns die notwendigen Erklärungen zu geben. Herr Kranz und Frau Holzhäuser übernahmen die R10 a, Herr Clös übernahm die R10 b. Wir wollten verschiedene Stationen der Gedenkstätte besuchen und starteten mit dem Gang durch das beeindruckende Eingangstor mit dem Schriftzug: JEDEM DAS SEINE…….an dessen grausamer Bedeutung wir einige Zeit rätselten.

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Der Eingang ins KZ - ein Tor, durch das viele hineingingen, aber nur wenige wieder herauskamen.

Wir schauten uns ebenfalls die Bunker-Zellen an, in die während der NS-Zeit viele tausend Menschen aus willkürlichen Gründen eingesperrt waren. Hinter dem Eingangstor lag der Appellplatz. Hier hat uns schon allein die Größe und die Dimension dieses Ortes erschreckt. Wie werden die Häftlinge gezittert und gebebt haben vor Angst, wenn sie sich zum Appell an diesem Platz haben versammeln müssen. Doch das Grauen ging weiter…..

Der Eintritt in das Krematorium jagte uns weitere Schauer über den Rücken…der Anblick der geöffneten Ofentüren, die Vorstellung, wieviele Menschenkörper dort hineingeschoben wurden, um verbrannt zu werden…..dies alles setzte uns arg zu, machte uns tief betroffen, wühlte einen auf und einige ließen ihren Gefühlen freien Lauf…..man fühlte sich so schrecklich hilflos beim entsetzlichen Anblick dieser Verbrennungsanlagen…..

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Wir waren froh, das Krematorium verlassen zu können und schauten uns als nächstes eine sehr gut erhaltene alte Baracke an. Auch dieser Ort berührte uns sehr stark. Wir konnten uns im Vorhinein zwar die Orte einigermaßen gut vorstellen, doch davor zu stehen und alles hautnah zu erleben waren schon sehr intensive Momente, die uns stark beschäftigten. Mindestens ebenso beeindruckend war der Besuch des Museums der KZ-Gedenkstätte, das wir entweder allein oder in Kleingruppen erkunden konnten. So konnte sich jeder genau die Exponate anschauen und auf sich wirken lassen, die einen am meisten interessierten. Wir haben dazu einige Fotos gemacht, die ihr im Anhang zu diesem Bericht einsehen könnt. Auch dieser Teil des Tages war sehr interessant und beeindruckend.

Bevor wir die endgültige Heimreise antraten, besuchten wir noch kurz die nahegelegene Stadt Weimar, wo wir uns stärken konnten, doch ehrlich gesagt schmeckte es einigen nach den grausigen Anblicken der Folgen der NS-Schreckensherrschaft nicht mehr so gut.

Mit vielen neuen Eindrücken stiegen wir dann in den Bus und fuhren wieder Richtung Heimat, wo wir gegen 18.30 Uhr wieder eintrafen.

Abschließend kann man sagen, dass die Fahrt sehr informativ und interessant für uns war. Wir, die R10er Klassen, finden es sehr wichtig, dass diese Exkursion auch nachfolgenden Klassen ermöglicht wird, denn wenn man wirklich vor Ort ist an einer solchen Stätte, bekommt man nochmal ein ganz anderes Gefühl für dieses dunkelste Kapitel unserer Geschichte. Natürlich sind noch längst nicht alle Fragen beantwortet, aber da haben wir schließlich noch in einigen Geschichtsstunden bis zum Ende des Schuljahres Gelegenheit.

Noch einen großen Dank an unsere Lehrer:

DANKE, DASS SIE DIESE EXKURSION MIT UNS GEMACHT HABEN!!!

ES WAR FÜR UNS ALLE EIN SEHR BESONDERES ERLEBNIS!!!

 

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